Karl-Stirner-Schule - Gemeinschaftsschule Rosenberg

Abschlussfahrt der Klasse 9

Wir fahren nach Berlin!

Vollzählig und schwer bepackt stehen wir am Bahngleis in Crailsheim. Der Zug wird uns nach Nürnberg bringen und von dort aus weiter in die Hauptstadt. Ja, Berlin ist das Ziel unserer Reise. Und wir, das sind die Schülerinnen und Schüler von Klasse 9 zusammen mit Frau Vaas und Herrn Lindheim. Was wird uns wohl erwarten..?

Damals am Bahnsteig hatte jeder von uns natürlich bestimmte Vorstellungen im Kopf und Wünsche - womöglich solche, wie sie uns von den Eltern am Bahnsteig mit auf den Weg gegeben wurden. Jetzt im Nachhinein stelle ich fest, dass sich nicht alles erzählen oder beschreiben lässt. So viele Eindrücke und Besonderheiten – auch aufgrund der äußeren Umstände so kurz vor der Ankunft des Corona-Virus – lassen mich bis heute mit einem vergnüglichen Staunen auf diese Woche zurückblicken.

Schon bei der Ankunft am Berliner Hauptbahnhof liegt eine gewisse Anspannung in der Luft, die uns zwar aufmerksam werden lässt, uns aber nicht „gefangen“ nimmt.  Im Gegenteil, vermittelt uns doch die Stadt so viele Eindrücke, dass wir den Virus allzu oft vergessen können. Nur am Morgen läuft beim Frühstück, mehr oder weniger beachtet, das Nachrichtenprogramm: Das Virus, in Italien und Österreich schon länger verbreitet, soll bald nach Deutschland überspringen. Bei uns in Berlin gestalten sich viele Programmpunkte entspannt, schlichtweg weil es wenig Besucherandrang gibt. Das Umsteigen zwischen den S-Bahnlininen, das Durchqueren von Korridoren und Rolltreppen bewältigen wir auch mit teilweise großen Gepäckstücken gewisser Schülerinnen erstaunlich zügig ;-) Für 5 Tage und 4 Nächte sind wir Teil des Stadtlebens und atmen mit. „Abstand halten und möglichst wenig anfassen!“ lautet eine Devise. Aber wie soll das gehen, wenn einen bereits das Berühren des Straßenbahnknopfes mit allen Menschen verbindet, die ihn zuvor gedrückt haben?

- Nein, es ist keine sachliche Reisebeschreibung. Sie will mir an dieser Stelle nicht gelingen. Ich fahre fort mit ein paar Schlaglichtern: Einchecken im Hotel Meininger, Straßenbahn, Blicke aus dem Fenster und das Vorbeihuschen einer Großstadt, East Side Gallery, freudiges Fotoshooting an der Berliner Mauer, die Wärme zaghafter Sonnenstrahlen, der Verlust von 3 Schülern, Frau Vaas findet sie wieder, die erste Currywurst, Marschrichtung Alexanderplatz, hoch auf den Turm, durchatmen. Oben auf der Plattform erleben wir bei ungewöhnlich dichtem Menschenaufkommen das Hereinbrechen der Dunkelheit. Die Lichter der Stadt strahlen bis zu uns herauf. Wo ist das Brandenburger Tor? Wer findet es? Was, so klein? Kein Wunder. Immerhin befinden wir uns auf 200 Metern Höhe. Einer der Besucher trägt einen Mundschutz. „Will er damit sich oder andere schützen?“ frage ich mich.

Alle Schüler von Klasse 9 bleiben erstaunlich gelassen und bewältigen die vielen Programmpunkte der kommenden Tage mit großer Offenheit und nur selten mit Wehklagen, obwohl uns der verregnete, windige und eiskalte Dienstag jeden Anlass dazu gibt. Das Gruppengefühl der Klasse trägt und stärkt. Vor allem die Abende im Hotel fördern die Gemeinschaft und die Auseinandersetzung miteinander. Am Montag und Dienstag muss die Nachtruhe von den Lehrern hart erkämpft werden. Hervorheben möchte ich hier meine Kollegin Frau Vaas. Unter Aufwendung pädagogischer Raffinesse und Durchsetzungskraft schlüpft sie in die Rolle des „Sandmädchens“, legt Wert auf Ausgleich und Harmonie und setzt sich zur Förderung des Schlafwillens außen an die Stubentür der Jungen. Derart gut ausgeschlafen sind wir dann am Mittwoch in der Lage, aufmerksam einer echten Bundestagsdebatte zu lauschen. Als für längere Zeit letzte Besuchergruppe unseres MdBs Hr. Kiesewetter werden wir freudig von dessen Mitarbeiter Hr. Laible willkommen geheißen. Es folgt ein Gespräch mit Hr. Kiesewetter, in dem die Schüler großes Interesse an den Tag legen und den MdB mit Fragen zu seinem Beruf und zur aktuellen Politik beschäftigen. Für mich ist erstaunlich, mit welcher Konzentration und Ortskenntnis Hr. Kiesewetter zu den Fragen der Schüler Stellung nimmt. Mir dämmert eine Ahnung, wie ausfüllend der Beruf des Politikers mit den beiden Arbeitsstätten Berlin und Ellwangen wohl sein muss. Die Stunde verstreicht wie im Flug. Am Ende verabschiedet sich Hr. Kiesewetter von uns mit den besten Wünschen für unsere weitere Zeit in Berlin. In einer Woche von Sondersituationen und ahnungsvollen Vorausschauen hat es mich glücklich und dankbar gemacht, den Besuch des Bundestags als Bildungsbaustein unserer Fahrt mit den Schülern erlebt zu haben.

Der „Funfactor“ kam am Mittwoch und vor allem am Donnerstag, wie ich meine, nicht zu kurz. Im Jumphouse mobilisierten Schüler wie Lehrer ihre Kräfte auf den unzähligen Trampolins und Schwebebalken, auf denen es sich im Zweikampf zu messen galt. Garniert wurde das Angebot durch einen gefühlt 200 Meter langen Flying Fox über die ganze Halle hinweg. Vielen Dank Frau Vaas! Du hattest mal wieder Recht. ;-) Am Abend ging dann noch ein Teil der Schüler in die Disko Matrix. Vor allem der Käfig hatte es unseren Schülern angetan und schon einige Zeit bevor um 24 Uhr das letzte Lied aufgelegt wurde, war dieser fest in Rosenberger Hand.

Damit schließt sich der Kreis und dieser Bericht. Ich möchte mich bei meiner lieben, erfahrenen und stets die Ruhe bewahrenden Kollegin Frau Vaas bedanken. Außerdem bei meinen guten Schülerinnen und Schülern, die sich so anständig verhalten haben und – neugierig wie sie sind ;-) - immer bereit waren, sich auf Neues einzulassen.

Ph. Lindheim

 

 

 

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